Gesundheit im Blick: Wie Epidemiologie Niedersachsen schützt

Tauche ein in die Arbeitswelt von Mareike, Epidemiologin beim NLGA 

Daten analysieren, Ausbrüche verstehen, Gesundheit schützen – und das jeden Tag neu.

Mareike arbeitet als Epidemiologin beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) und gibt Einblicke in einen Beruf, der aktueller kaum sein könnte.

Zwischen Zahlen, Teamarbeit und Verantwortung

Wie verbreiten sich Krankheiten? Wo entstehen neue Häufungen? Und wie kann man schnell reagieren, bevor sich Infektionen weiter ausbreiten?

Genau hier setzt die Arbeit von Mareike an. In der Infektionsepidemiologie dreht sich vieles um Daten, aber nicht nur. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von Gesundheitsämtern, Ministerien und Forschungseinrichtungen analysiert und interpretiert sie Daten von meldepflichtigen Infektionskrankheiten, erkennt Auffälligkeiten und unterstützt dabei, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten, immer mit dem Ziel Infektionsgeschehen vorzubeugen, bzw. früh zu erkennen und zu stoppen, bevor sie größere Auswirkungen haben.

Kein Tag wie der andere

Einen klassischen Arbeitsalltag? Den gibt es so nicht. Vormittags stehen oft Abstimmungen mit verschiedenen Akteur/-innen an - von lokalen Gesundheitsämtern bis hin zum Robert Koch-Institut. Danach folgen Datenanalysen, Projektarbeit oder die Qualitätssicherung von Meldedaten.

„Die Abwechslung macht den Job besonders“, sagt Mareike. „Man weiß morgens oft noch nicht genau, welche Themen im Laufe des Tages dazukommen.“

Gerade diese Dynamik macht die Arbeit spannend – oft bringt ein Anruf aus einem Gesundheitsamt oder ein Pressebericht über ein Infektionsereignis die Tagesplanung durcheinander. In solchen Fällen müssen schnell weitere Informationen ermittelt und das Gesundheitsamt bei seinem weiteren Vorgehen beraten werden.

Daten, die Leben schützen

Die Grundlage der epidemiologischen Arbeit am NLGA sind sogenannte Meldedaten, also Informationen zu Infektionskrankheiten, die nach dem Infektionsschutzgesetz beim Auftreten erfasst werden müssen. Diese Daten stammen aus dem realen Alltag und sind damit nicht immer fehlerlos und vollständig. Umso wichtiger ist es, sie sorgfältig zu prüfen und richtig zu interpretieren. Gerade weil die Daten konkrete Auswirkungen haben, ist die Sorgfalt hier so entscheidend. Mit einer guten Auswertung können Häufungen von Krankheiten schon früh erkannt werden, es können Maßnahmen schneller eingeleitet werden und Infektionsketten lassen sich unterbrechen.

Ein Beispiel: Wird bei einem lebensmittelbedingten Ausbruch die Ursache identifiziert, kann das betroffene Produkt durch die Veterinärbehörden zurückgerufen werden – und weitere Erkrankungen werden verhindert.

Projekte mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert

Neben dem Tagesgeschäft arbeitet Mareike auch an abwechslungsreichen Projekten: Eines davon ist MERIN (Meningitis- und Enzephalitis-Register in Niedersachsen). Anhand eines  im Projekt entwickelten Dashboards werden Daten zu schweren Infektionen öffentlich zugänglich gemacht. Ebenfalls arbeitet Mareike aktuell am HuGO (Hygiene und Gesundheit Online)-Panel des NLGA. Dabei wird eine Gruppe von Menschen in Niedersachsen regelmäßig zu Gesundheits- und Hygienethemen befragt. Beide Projekte verfolgen ein klares Ziel: Die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessern.

Wissenschaft trifft Praxis

Die Ergebnisse der epidemiologischen Arbeit landen nicht nur in Fachzeitschriften. Sie fließen auch direkt in politische Entscheidungen ein. Das NLGA berät Ministerien, u.a. auf Basis von Datenanalysen und liefert wichtige Entscheidungsgrundlagen, etwa für Präventionsmaßnahmen oder den Umgang mit Krisensituationen. Damit ist klar: Epidemiologie ist nicht nur Forschung, sondern ein zentraler Bestandteil funktionierenden Gesundheitsschutzes.

Arbeiten beim Land Niedersachsen: Mehr als ein Job

Neben der sinnstiftenden Tätigkeit schätzt Mareike vor allem die Arbeitsbedingungen. Beim Land Niedersachsen kann Sie in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten, kann von flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice profitieren und kann sich in sicheren Rahmenbedingungen vielfältig weiterbilden. Besonders prägend für sie war eine zweijährige Postgraduiertenausbildung in angewandter Epidemiologie – in Kooperation mit internationalen Institutionen.

Was es braucht, um Epidemiolog/-in zu werden

Wer in diesem Bereich arbeiten möchte, sollte vor allem eines mitbringen:

  • analytisches und logisches Denkvermögen
  • Freude an Daten und Zusammenhängen
  • Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist

Denn: Epidemiologie ist Teamarbeit und das über Fachgrenzen hinweg.

„Ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun“

Was Mareike jeden Tag motiviert? „Die Kombination aus abwechslungsreichen Aufgaben, tollen Kolleginnen und Kollegen – und vor allem das Gefühl, mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Gesundheit der Menschen zu leisten.“

Fazit: Ein Beruf mit Wirkung

Epidemiologie ist oft nicht direkt sichtbar, aber unverzichtbar. Sie sorgt dafür, dass Risiken früh erkannt, Maßnahmen rechtzeitig ergriffen und Menschen geschützt werden. Oder anders gesagt:

 Epidemiologie als ein Stück Gesundheitsschutz für uns alle.

 

Veröffentlicht am: 09.04.2026