Mehr als weißes Pulver

Mein Alltag als CTA in der Toxikologie des LKA Niedersachsen

„Was wie ein harmloses Pulver aussieht, kann für ein Ermittlungsverfahren entscheidend sein.“

Wenn Menschen hören, dass ich als chemisch-technische Assistentin in der Toxikologie des Landeskriminalamts Niedersachsen arbeite, denken viele zunächst an klassische Laborarbeit. Tatsächlich gehört das Arbeiten mit modernen Analysegeräten zu meinem Alltag. Doch mein Beruf ist viel mehr als das.

Seit 2019 bin ich Teil des Teams der Toxikologie im Kriminaltechnischen Institut (KTI) des LKA. Hier untersuchen wir alle in Niedersachsen sichergestellten Asservate mit Verdacht auf Betäubungsmittel, Arzneimittel oder neue psychoaktive Substanzen (NpS). Unsere Aufgabe besteht darin, diese Stoffe qualitativ und quantitativ zu analysieren und damit eine wichtige Grundlage für die Ermittlungsarbeit zu schaffen.

Wissenschaft trifft Kriminalitätsbekämpfung

„Was mich an meiner Arbeit besonders fasziniert, ist die Verbindung von Naturwissenschaft und gesellschaftlichem Nutzen.“

Viele der Proben, die bei uns im Labor ankommen, wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Ein weißes Pulver kann alles sein: von einem harmlosen Streckmittel bis hin zu einer hochgefährlichen Substanz. Erst durch unsere Untersuchungen wird sichtbar, womit Ermittlerinnen und Ermittler tatsächlich zu tun haben. Diese Ergebnisse können später eine entscheidende Rolle in Ermittlungs- und Gerichtsverfahren spielen.

Kein Tag wie der andere

Viele stellen sich Laborarbeit als reine Routine vor. Natürlich gibt es feste Abläufe und hohe Qualitätsstandards. Dennoch gleicht bei uns kaum ein Vorgang dem anderen. Genau diese Vielfalt macht den Beruf für mich so spannend. Neben der Untersuchung von Betäubungsmitteln bearbeiten wir auch Vergiftungsfälle und leisten damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur kriminalistischen Arbeit.

Kriminalistische Untersuchungen sind zudem selten eine Einzelleistung. Im KTI arbeiten biologische, chemische und physikalische Fachbereiche eng zusammen. Manche Asservate werden beispielsweise zunächst auf Fingerabdrücke untersucht, anschließend auf DNA-Spuren analysiert und danach in unserem Labor chemisch bewertet. Der ständige Austausch zwischen den Fachgruppen macht die Arbeit spannend und zeigt, wie viele unterschiedliche Expertinnen und Experten an der Aufklärung eines Falls beteiligt sind.

Das Unsichtbare sichtbar machen

„Wenn mich jemand fragt, was mir an meinem Beruf am meisten gefällt, lautet meine Antwort: Rätsel lösen!“

Chemie hat mich schon immer begeistert, weil sie logisch ist und Dinge zum Vorschein bringt, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Genau dieses Prinzip begleitet mich jeden Tag bei der Arbeit. Ob unbekannte Substanzen, auffällige Analysedaten oder komplexe Fragestellungen: Jeder Fall erfordert Konzentration, Fachwissen und manchmal auch die Fähigkeit, um die Ecke zu denken.

Mein Tipp für Interessierte

Viele Menschen wissen gar nicht, dass es beim LKA zahlreiche spannende naturwissenschaftliche Berufe gibt. Gerade für CTA, BTA oder andere Laborfachkräfte bietet der öffentliche Dienst interessante Karrierewege mit einer sinnstiftenden Tätigkeit, klaren Strukturen und der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Ich selbst bin ganz klassisch über eine Stellenausschreibung zum LKA gekommen. Mein Rat an alle, die sich für Naturwissenschaften begeistern:

„Bewerbt euch einfach auf interessante Ausschreibungen. Mehr als eine Absage kann man nicht bekommen. Und vielleicht wird daraus der Job eures Lebens.“

Warum ich meinen Beruf liebe

„Die Mischung aus Wissenschaft, Verantwortung und Abwechslung macht meinen Beruf für mich jeden Tag aufs Neue spannend.“

Für mich vereint die Arbeit als CTA in der Toxikologie alles, was einen spannenden Beruf ausmacht: moderne Wissenschaft, abwechslungsreiche Aufgaben, ein starkes Team und die Möglichkeit, einen echten Beitrag zur Aufklärung von Straftaten zu leisten.

Jeder analysierte Stoff, jedes erstellte Gutachten und jeder gelöste Fall zeigt mir aufs Neue, warum ich mich vor einigen Jahren für diesen Weg entschieden habe. Und genau deshalb freue ich mich auch heute noch jeden Morgen auf die nächste Herausforderung im Labor.

 

Veröffentlicht am: 20.08.2026