Manchmal beginnt der richtige Weg genau dort, wo man merkt, dass man auf dem falschen ist. So war es auch bei Lukas. Heute arbeitet er im Personalbereich der JVA Wolfenbüttel, kümmert sich um Nachwuchsgewinnung, Personalentwicklung – und baut gleichzeitig den Social-Media-Auftritt der Anstalt auf. Ein vielseitiger Job mit Verantwortung, Kreativität und echter gesellschaftlicher Relevanz. Doch sein Weg dorthin war alles andere als geradlinig.
„Ich bin einfach ins Studium reingestolpert“
Nach der Schule entschied sich Lukas zunächst für ein Studium. Ohne klaren Plan. „Ich wusste damals einfach nicht, was ich machen wollte“, sagt er rückblickend. Erst später kam die Erkenntnis: Das ist es nicht. Der Wunsch nach einer sinnstiftenden Tätigkeit wurde stärker. Etwas tun, das nicht nur für ihn selbst, sondern auch für die Gesellschaft einen Unterschied macht – das wurde zum entscheidenden Antrieb.
Ein Beruf im Spannungsfeld
Die Entscheidung fiel schließlich auf die Ausbildung im Justizvollzug – bewusst und aus Überzeugung. Was ihn besonders gereizt hat? Das Spannungsfeld. Auf der einen Seite ist man Ansprechpartner für Menschen in schwierigen Lebenssituationen und auf der anderen Seite trägt man Verantwortung für Sicherheit und kann klare Grenzen setzen. Ein Beruf zwischen Empathie und Konsequenz. Zwischen Nähe und Distanz.
Ausbildung: Mehr als man erwartet
Die Ausbildung beschreibt Lukas als überraschend vielseitig. „Man wird zu einer Art Schweizer Taschenmesser ausgebildet“, sagt er. In der Ausbildung trifft man auf ein Themengebiet von Selbstverteidigung über Strafrecht bis hin zu Psychologie und Kriminologie. Die Inhalte sind breit gefächert und bereiten auf eine komplexe Realität vor. Der entscheidende Moment kam im praktischen Teil. Als Theorie und Praxis zusammenfanden und er merkte, wie sicher er im Umgang mit Situationen wurde.
„Da wusste ich: Das war die richtige Entscheidung.“
Entwicklungschancen nutzen – und selbst gestalten
Schon während seiner Zeit im Vollzugsdienst zeigte Lukas Eigeninitiative. Er engagierte sich in Projektgruppen, nahm an Messen teil und entwickelte eigene Ideen. Eine davon stellte ein Social-Media-Konzept für die JVA dar. Er schrieb es aus, stellte es der Anstaltsleitung vor und als die entsprechende Stelle später ausgeschrieben wurde, nutzte er seine Chance. Heute ist er maßgeblich daran beteiligt, den Instagram-Auftritt der JVA Wolfenbüttel aufzubauen.
Warum Social Media im Justizvollzug wichtig ist
Für Lukas ist klar: Der Justizvollzug braucht mehr Sichtbarkeit. „Unsere Mauern sind hoch – und die Menschen bekommen viel zu wenig Einblicke“, sagt er. Viele Vorstellungen über die Arbeit in einer JVA seien einseitig oder von Klischees geprägt. Genau das möchte er ändern. Sein Ziel: ein realistisches, authentisches Bild zeigen.
Ein Job, der mehr verlangt als viele denken
Was viele unterschätzen sind die Anforderungen an die Menschen im Vollzug. „Die Kolleginnen und Kollegen müssen im einen Moment empathisch sein – und im nächsten körperlich durchgreifen.“ Dieses Spannungsfeld sei einzigartig und verlange ein hohes Maß an Professionalität, Reflexion und Disziplin. Gleichzeitig geht es immer um mehr als nur Sicherheit: Resozialisierung, Perspektiven und der Umgang mit Menschen in Extremsituationen gehören zum Alltag.
Authentizität als Schlüssel
Gerade in seiner Rolle im Social-Media-Bereich ist für Lukas eines besonders wichtig: Authentizität. Nur wer den Alltag wirklich kennt, kann ihn glaubwürdig darstellen. Nur so entsteht Vertrauen sowohl nach innen wie nach außen.
Arbeiten beim Arbeitgeber Niedersachsen: „Freiheit und Sicherheit“
Für Lukas bedeutet seine Arbeit beim Land Niedersachsen vor allem eines: Freiheit und Sicherheit. Freiheit, sich einzubringen, eigene Ideen umzusetzen und sich weiterzuentwickeln. Sicherheit durch verlässliche Rahmenbedingungen. „Es ist ein bisschen wie ein kleines Dorf – jeder kann seinen Platz finden“, beschreibt er die Möglichkeiten im Landesdienst.
Persönliche Entwicklung, die bleibt
Besonders stolz ist Lukas nicht auf eine bestimmte Position oder einen Titel – sondern auf seine persönliche Entwicklung. Die Arbeit im Vollzug hat ihn geprägt. Hat ihn reflektierter gemacht. Klarer. Stärker im Umgang mit Menschen.
Seine Botschaft an dich
Für alle, die gerade unsicher sind oder über eine berufliche Neuorientierung nachdenken, hat Lukas einen einfachen, aber wirkungsvollen Rat:
· Werde dir über deine Stärken und Schwächen klar
· Definiere, was du wirklich von einem Job erwartest
· Tausche dich mit Menschen aus, die dich gut kennen
Und dann: triff eine bewusste Entscheidung.
Warum sich dieser Weg lohnt
„Weil man hier einen echten Unterschied im Leben von Menschen machen kann.“ Das ist es, was bleibt. Und das ist es, was Lukas jeden Tag motiviert.
Sein Job in drei Worten? Verantwortung. Vielfalt. Vollzug.
Veröffentlicht am 25.08.2026.
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