Damit aus Plänen Gebäude werden

Bianca begleitet als Architektin Bauprojekte und behält den Überblick

"Besonders stolz bin ich deshalb auf die Momente, in denen ein Projekt trotz aller Hürden fertig wird und die Menschen das Gebäude schließlich nutzen können."

Der Zollstock ist dabei, das Tablet auch. Gleich beginnt die nächste Baustellenbegehung. Gemeinsam mit anderen Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planern und den ausführenden Firmen gehe ich durch, was bereits geschafft ist, wo es noch offene Fragen gibt und wie es in den kommenden Wochen weitergeht.

Genau solche Momente gehören für mich zum Arbeitsalltag.

Ich arbeite in der Projektleitung beim Staatlichen Baumanagement in Hildesheim und betreue Baumaßnahmen des Bundes. Dazu gehören ganz unterschiedliche Projekte, unter anderem für das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr, Bildungszentren oder Gerichte.

Wer hört, dass ich Architektin bin, denkt vielleicht zuerst, dass ich den ganzen Tag Gebäude entwerfe und Pläne zeichne. Tatsächlich sieht mein Job heute ganz anders aus.

Ich zeichne und entwerfe nicht mehr selbst. Stattdessen sorge ich dafür, dass bei einem Bauprojekt die unterschiedlichen Beteiligten zusammenkommen und am Ende alle an einem Strang ziehen.

Nicht immer läuft alles nach Plan

Ein großer Teil meiner Arbeit ist deshalb Kommunikation. Als Projektleitung bin ich Bindeglied zwischen Bauherrn, Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planern und ausführenden Firmen, koordiniere, kläre offene Fragen und behalte dabei das gesamte Projekt im Blick. Neben fachlichen Kenntnissen sind deshalb auch Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit und manchmal ein ziemlich dickes Fell gefragt.

Vor allem aber muss ich auch dann Ruhe bewahren, wenn auf der Baustelle nicht alles so läuft wie ursprünglich geplant. Und das kommt bei Bauprojekten durchaus mal vor.

Gerade darin liegt für mich aber auch der Reiz meiner Arbeit. Ich wollte schon immer einen Beruf haben, bei dem am Ende etwas entsteht, das man wortwörtlich anfassen kann. Ich möchte sehen, was wir gemeinsam geschafft haben und dass davon später Menschen profitieren.

Besonders stolz bin ich deshalb auf die Momente, in denen ein Projekt trotz aller Hürden fertig wird und die Menschen das Gebäude schließlich nutzen können.

Projekte, die unterschiedlicher kaum sein könnten

Dabei gleicht kaum ein Projekt dem anderen. Genau diese Bandbreite war einer der Gründe, warum ich mich für das Land Niedersachsen als Arbeitgeber entschieden habe. Historische Bestandsgebäude gehören genauso dazu wie moderne Neubauten. Gleichzeitig bietet mir der öffentliche Dienst ein sicheres und strukturiertes Arbeitsumfeld.

Und auch mein eigener Arbeitsalltag spielt für mich eine wichtige Rolle. Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten helfen mir dabei, Beruf und Freizeit miteinander zu vereinbaren. Private Termine am Vormittag lassen sich dadurch deutlich leichter organisieren, ohne dass gleich der gesamte Tag durcheinandergerät.

Dass der öffentliche Dienst langsam und vor allem mit Kaffeetrinken verbunden sei, kann ich übrigens nicht bestätigen.

Ich trinke gar keinen Kaffee. Und zu tun gibt es trotzdem immer genug.

Bauen für die Menschen, die es später nutzen

Zurück auf der Baustelle ist die Besprechung inzwischen vorbei. Einige Punkte sind geklärt, für andere müssen noch Lösungen gefunden werden. Genau das gehört dazu. Denn bis aus einer ersten Planung ein fertiges Gebäude wird, braucht es viele Menschen, viele Entscheidungen und immer wieder Abstimmung.

Und irgendwann kommt dann der Moment, an dem die Baustelle keine Baustelle mehr ist.

„Dann sehe ich ein fertiges Gebäude vor mir, das Menschen tatsächlich nutzen. Und genau das macht meinen Job für mich besonders.“ 

Veröffentlicht am 30.10.2026

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