Mehr als nur Kabel und Formeln
„Für mich ist das duale Studium die perfekte Kombination von Lernen und Praxis. Während ich im Studium die theoretischen Grundlagen erarbeite, kann ich diese im Arbeitsalltag direkt anwenden und wertvolle Berufserfahrung sammeln.“
Wie funktioniert eigentlich ein Stromnetz? Wie wird die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden geplant? Und wie sieht der Alltag im dualen Studium Elektrotechnik aus?
Anastasia (25) gibt Einblicke in ihr duales Studium Elektrotechnik beim Land Niedersachsen. Sie erzählt, warum sie sich für diesen Weg entschieden hat, was sie besonders spannend findet und warum sie mehr Frauen für diesen Bereich begeistern möchte.
Von Physik zur Elektrotechnik
Schon früh begeisterte sich Anastasia für Mathematik und Physik. Im dualen Studium beim Staatlichen Baumanagement Niedersachsen hat sie die Möglichkeit, diese Interessen mit praktischen Anwendungen zu verbinden.
„Für mich ist das duale Studium die perfekte Kombination von Lernen und Praxis. Während ich im Studium die theoretischen Grundlagen erarbeite, kann ich diese im Arbeitsalltag direkt anwenden und wertvolle Berufserfahrung sammeln.
“Besonders spannend findet sie es, technische Alltagszusammenhänge zu verstehen:
„Ich finde es spannend zu verstehen, wie alltägliche Dinge funktionieren, wie zum Beispiel ein Stromnetz oder eine Elektroinstallation in einem Haus.“
Studium und Praxis Hand in Hand
Anastasia studiert an der IU Internationalen Hochschule. In der Regel wechseln sich drei Praxistage und zwei Studientage pro Woche ab.
Ein besonderes Highlight war für sie die Teilnahme an einer überbetrieblichen Ausbildung für angehende Industrieelektrikerinnen und Industrieelektriker:
„Dort konnte ich selbst Schaltungen bauen, was viel Spaß gemacht hat.“
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Für Anastasia war das vor allem die Rückkehr zu Integralrechnungen nach längerer Zeit. Dennoch ist sie überzeugt, dass das duale Studium Vorteile gegenüber einem klassischen Studium bietet:
„Man lernt viele Dinge in der Praxisphase, die wichtig für den Berufsalltag sind, aber im Studium nicht vorkommen.“
Einblicke in den Arbeitsalltag
Aktuell arbeitet Anastasia an Projekten zur Umrüstung der Beleuchtung eines Amtsgerichtes und eines Katasteramtes auf moderne LED-Technik. Dabei unterstützt sie unter anderem bei:
- Beleuchtungsberechnungen
- Kostenschätzungen
- Leistungsverzeichnissen
- Bestandsaufnahmen vor Ort
- technischen Planungen
Besonders gerne besucht sie Liegenschaften und Baustellen:
„Es ist spannend, die Projekte direkt vor Ort zu erleben und jetzt schon so viel mitwirken zu können.“
Gut begleitet im Team
Der Einstieg beim Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) fiel ihr leicht:
„Mein erster Tag hat mit einer großen Begrüßungsrunde durch das ganze Bauamt angefangen.“
Besonders schätzt sie die strukturierte Einarbeitung und die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen. Durch Hospitationen in verschiedenen Bereichen lernt sie außerdem die unterschiedlichen Aufgaben und Schnittstellen innerhalb des Bauamts kennen.
Mehr Frauen für die Elektrotechnik
Anastasia möchte insbesondere junge Frauen ermutigen, technische Berufe für sich zu entdecken.
„In dem Bereich arbeiten überwiegend Männer. Ich habe bisher nie negative Erfahrungen gemacht. Trotzdem finde ich es schade, dass es nicht mehr Elektroingenieurinnen gibt.“
Ihr Rat: Von Vorurteilen nicht abschrecken lassen.
„Man braucht natürlich viel Mathematik, aber bisher finde ich es nicht so schlimm, wie man sich das vielleicht vorstellt.“
Blick in die Zukunft
Nach ihrem Bachelor kann sich Anastasia vorstellen, noch einen Master anzuschließen. Auch ein Verbleib beim Land Niedersachsen kommt für sie infrage:
„Die Projekte sind sehr abwechslungsreich und die Arbeit hat einen gesellschaftlichen Mehrwert.“
Besonders interessieren sie die Bereiche Gebäudetechnik, Gebäudeautomation und erneuerbare Energien.
Anastasias Tipp für Studieninteressierte
„Du solltest auf jeden Fall Interesse an dem Fach und Neugier mitbringen, um auch in schwierigeren Zeiten dranzubleiben. Alles andere kann man lernen.“
Veröffentlicht am 10.09.2026
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