Präzision, die unser Land zusammenhält
Wer an Vermessung denkt, hat oft Menschen mit Messgeräten auf Feldern oder an Straßenrändern vor Augen. Doch ein großer Teil der Arbeit findet im Hintergrund statt – konzentriert, detailreich und hochpräzise. Genau hier arbeitet Rachel, Vermessungstechnikerin (Auszubildende) beim Katasteramt Hildesheim, einer Dienststelle des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN).
Ein Projekt, das Genauigkeit neu definiert
Aktuell arbeitet Rachel an einem Projekt aus dem Bereich der Qualitätsverbesserung digitaler Karten. Ziel ist es, die Genauigkeit bestehender Katasterdaten nachhaltig zu erhöhen. Hintergrund: Bei der Umstellung auf digitale Karten wurden viele Bestandsdaten ungenau georeferenziert – teils mit Abweichungen von bis zu einem Meter.
Mithilfe alter Karten aus dem Archiv werden diese Grenzpunkte heute neu berechnet. Rachel bearbeitet dabei kleinere Gebiete und Ortschaften im Zuständigkeitsbereich des Katasteramts Hildesheim, um bestehende Lücken zu schließen und die Datengrundlage zu vervollständigen.
Detektivarbeit zwischen Archiv und Bildschirm
Der Arbeitsprozess ist ebenso anspruchsvoll wie spannend. Zunächst erhält Rachel ein konkretes Bearbeitungsgebiet. Danach beginnt die Suche nach historischen Unterlagen – größtenteils digitalisiert, teilweise aber auch noch im physischen Archiv.
Anhand alter Vermessungslinien werden Grenzpunkte neu berechnet. Oft ist die Schrift in den historischen Karten so klein, dass eine Lupe zum Einsatz kommt. Nach der Berechnung durchlaufen die Daten mehrere Kontrollen und Simulationen, bevor sie schließlich in das System übernommen werden.
Gearbeitet wird dabei vollständig intern. Rachel steht im engen Austausch mit ihrem Ausbilder und kann jederzeit auf die Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen.
Warum diese Arbeit so wichtig ist
Die höhere Genauigkeit der digitalen Karten bringt viele Vorteile:
Für den Außendienst bedeutet sie, dass Grenzpunkte zuverlässiger auffindbar sind. Für Eigentümerinnen und Eigentümer heißt das: eine präzisere Beschreibung ihres Flurstücks.
Darüber hinaus profitieren zahlreiche Bereiche im Land Niedersachsen von diesen Daten. Eine exakte Vermessung ist Grundlage für eine verlässliche Flächennutzungsplanung, für genauere Berechnungen der Grundsteuer sowie für Infrastrukturprojekte wie Straßenbau und Instandhaltung.
Würden diese Arbeiten nicht regelmäßig durchgeführt, blieben Ungenauigkeiten bestehen – mit direkten Auswirkungen auf Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger.
Katasterdaten – unsichtbar, aber allgegenwärtig
Auch wenn man es im Alltag oft nicht bewusst wahrnimmt: Kataster- und Vermessungsdaten begegnen uns ständig. Sie stecken in Navigationssystemen, Online-Karten, Bebauungsplänen und Bauanträgen. Sie bilden die Grundlage für neue Wohngebiete, Straßen, Leitungen und viele digitale Dienste.
Besonders wichtig ist dabei die Rechtssicherheit: Katasterdaten sind das offizielle Verzeichnis von Grundstücksgrenzen und Gebäuden. Schon kleine Ungenauigkeiten könnten große Auswirkungen haben – etwa bei Eigentumsfragen, Bauvorhaben oder Grundstücksgrenzen. Deshalb sind Verlässlichkeit und Genauigkeit in der täglichen Arbeit unerlässlich.
Arbeiten im Landesdienst – mit Sinn und Teamgeist
Was Rachel an ihrer Arbeit besonders schätzt, ist das Gefühl, Fortschritt sichtbar zu machen. Gebiete abzuschließen und zu sehen, wie der Abschlussprozentsatz steigt, motiviert sie. Die gemeinsame Lösungsfindung mit Kolleginnen und Kollegen empfindet sie oft wie ein Puzzle – manchmal sogar wie Detektivarbeit.
Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Nicht immer liegen vollständige Dokumente vor, manchmal fehlen Vermessungslinien ganz. Dann ist Kreativität gefragt. Umso wertvoller ist der Teamgeist im Katasteramt – denn Unterstützung ist immer da.
Für Rachel ist der Landesdienst deshalb nicht nur fachlich sinnvoll, sondern auch persönlich erfüllend. Der Kontakt mit der Öffentlichkeit und die Möglichkeit, einen echten Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, geben ihrer Arbeit Bedeutung.
Ein Blick hinter die Kulissen des LGLN
Viele Menschen sehen nur die Außendienstmitarbeitenden – und wissen nicht, wie viel präzise Arbeit im Büro geleistet wird. Dabei gehört das LGLN zu den technologisch fortschrittlichsten öffentlichen Einrichtungen in Niedersachsen und entwickelt sich stetig weiter, um der Bevölkerung bestmöglich zu dienen.
Die Arbeit ist anspruchsvoll, erfordert Konzentration und Genauigkeit – und macht dennoch Spaß. Genau diese Kombination macht das Katasteramt Hildesheim zu einem wichtigen, wenn auch oft unterschätzten Akteur für das Land Niedersachsen.
Der Blick auf Rachels Projekt zeigt:
Beim Arbeitgeber Niedersachsen entstehen im Hintergrund die Grundlagen für Planung, Rechtssicherheit und gesellschaftliches Zusammenleben. Präzise Vermessung ist dabei kein Selbstzweck – sondern eine unverzichtbare Basis für unser Land




