Vom IT-Feldwebel zum Verwaltungsinformatiker
„Der schwierigste Schritt war nicht das Studium. Der schwierigste Schritt war die Entscheidung dazu.“
Wenn ich heute auf meinen beruflichen Weg zurückblicke, wirkt vieles logisch. Damals hat es sich allerdings nicht immer so angefühlt.
Nach meiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker führte mich mein Weg zunächst zur Bundeswehr. Aus dem damaligen Grundwehrdienst wurden schließlich 14 Jahre als Soldat auf Zeit. In dieser Zeit war ich als IT-Feldwebel tätig und für militärische Informations- und Kommunikationssysteme verantwortlich.
„Neben der technischen Arbeit hat mich vor allem eines geprägt: die Arbeit mit Menschen.“
Ich habe Soldatinnen und Soldaten ausgebildet, Schulungen durchgeführt und Wissen weitergegeben. Zu sehen, wie andere sich entwickeln und wachsen, war für mich immer ein besonders erfüllender Teil meiner Tätigkeit.
Die Bundeswehr hat mich fachlich und persönlich geprägt. Struktur, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, auch in anspruchsvollen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, begleiten mich bis heute. Dennoch begann irgendwann ein schleichender Veränderungsprozess.
„Irgendwann habe ich angefangen, mir die Frage zu stellen, wie mein beruflicher Weg in zehn Jahren aussehen soll.“
Ich wollte mich fachlich weiterentwickeln, neue Perspektiven schaffen und meine Zukunft aktiv gestalten. Über Recherchen und Angebote der Berufsförderung bin ich schließlich auf den Studiengang Verwaltungsinformatik aufmerksam geworden.
Die Kombination aus IT, Organisation und Verwaltung hat mich sofort angesprochen. Gleichzeitig hatte ich große Zweifel. Mit Anfang 30 noch einmal ein Studium beginnen, viele Jahre nach der Schulzeit, dazu mit Legasthenie und den üblichen Verpflichtungen des Erwachsenenlebens? Ehrlich gesagt wusste ich nicht, ob ich das schaffen würde.
„Man muss nicht alle Antworten kennen, bevor man losgeht. Man muss nur bereit sein, den ersten Schritt zu machen.“
Rückblickend war das Studium nicht nur eine fachliche, sondern vor allem eine persönliche Entwicklung. Ich habe gelernt, Unsicherheiten auszuhalten, mir selbst mehr zuzutrauen und Herausforderungen Schritt für Schritt anzugehen.
Heute arbeite ich als Verwaltungsinformatiker im Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung. Für mich fühlt sich dieser Weg nicht wie ein kompletter Neuanfang an.
"Die Verwaltungsinformatik war für mich kein Neuanfang, sondern die konsequente Weiterentwicklung meiner bisherigen Erfahrungen."
Veröffentlicht am 01.10.2026
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