Wie lassen sich Krankheitserreger schneller erkennen? Und wie können wissenschaftliche Daten helfen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen? Antworten auf diese Fragen entstehen unter anderem im sogenannten NGS-Labor (Next Generation Sequencing) des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts. Hier arbeitet Biologielaborant Ümit an modernsten Sequenzierungstechnologien und trägt dazu bei, die molekulare Analytik im öffentlichen Gesundheitsdienst weiterzuentwickeln.
Moderne Molekularbiologie im Alltag
Im NGS-Labor analysieren Fachkräfte die genetischen Informationen von Krankheitserregern. Ziel ist es, Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen und wissenschaftliche Daten für epidemiologische Bewertungen bereitzustellen.
Ümit begleitet den Aufbau dieses Fachgebiets bereits seit 2020. Seine Arbeit umfasst den gesamten Laborprozess – von der Nukleinsäureextraktion aus Erregerproben bis zur Sequenzierung und Qualitätskontrolle der genetischen Daten. Ein wichtiger Teil seiner Tätigkeit besteht außerdem darin, neue Methoden und Geräte so zu etablieren, dass sie im Routinebetrieb zuverlässig funktionieren.
Gerade weil Next Generation Sequencing eine vergleichsweise junge Technologie ist, entwickelt sich der Bereich stetig weiter. Für Ümit macht genau das den Reiz der Arbeit aus: Entwicklungen entstehen nicht nur im Labor – sie werden aktiv mitgestaltet.
Hightech-Geräte und präzise Laborarbeit
Im Labor kommen modernste Analysegeräte und automatisierte Systeme zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:
Systeme zur automatisierten Nukleinsäureextraktion
hochpräzise Pipettiersysteme im Nanoliter-Bereich
moderne Sequenzierplattformen
Geräte zur DNA-Fragmentanalyse und Qualitätskontrolle
Die Arbeit erfordert ein hohes Maß an Präzision. Schon kleine Abweichungen bei Pipettierschritten oder Inkubationszeiten können Ergebnisse beeinflussen. Gleichzeitig ist effizientes Arbeiten wichtig, damit Labordaten möglichst schnell für weitere Analysen zur Verfügung stehen.
Aktuelle Projekte: Sequenzierung noch effizienter machen
Derzeit arbeitet das Team daran, die NGS-Workflows weiter zu optimieren und zu miniaturisieren. Ziel ist es, den Probendurchsatz zu erhöhen, die Kosten zu minimieren und gleichzeitig reproduzierbare Ergebnisse sicherzustellen.
Besonders spannend ist dabei die Nanopore-Sequenzierung. Diese Technologie ermöglicht es, sehr lange DNA-Fragmente direkt zu sequenzieren. Dadurch lassen sich komplexe genetische Strukturen von Erregern genauer analysieren – beispielsweise um zu verstehen, wie sich Antibiotikaresistenzgene zwischen Bakterien übertragen.
Solche Erkenntnisse sind entscheidend, um Infektionsgeschehen besser zu verstehen und frühzeitig Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten.
Wissenschaftliche Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen
Die im Labor gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für epidemiologische Bewertungen. Sie helfen dabei, Infektionsausbrüche frühzeitig zu erkennen, Übertragungswege von Erregern zu verstehen und präventive Maßnahmen gezielter zu planen. Damit leistet die Arbeit im Labor einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit in Niedersachsen.
Arbeiten im öffentlichen Gesundheitsdienst
Neben der fachlichen Arbeit schätzt Ümit auch die Rahmenbedingungen im öffentlichen Dienst. Das Landesgesundheitsamt verbindet eine sinnstiftende Tätigkeit mit moderner technischer Ausstattung, sicheren Arbeitsplätzen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Flexible Arbeitszeiten, ein Gleitzeitmodell sowie teilweise Homeoffice-Möglichkeiten unterstützen zudem eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Forschung mit gesellschaftlichem Nutzen
Für Ümit steht vor allem eines im Mittelpunkt: der gesellschaftliche Mehrwert seiner Arbeit. Im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten Fachkräfte nicht für wirtschaftlichen Profit, sondern für ein gemeinsames Ziel – den Schutz der Gesundheit der Menschen in Niedersachsen.
Gerade für junge Menschen mit Interesse an Naturwissenschaften und moderner Labortechnik bietet dieser Bereich spannende Perspektiven. Denn hier wird wissenschaftliche Forschung direkt in praktischen Nutzen für die Gesellschaft übersetzt.
Daten analysieren, Ausbrüche verstehen, Gesundheit schützen – und das jeden Tag neu.
Mareike arbeitet als Epidemiologin beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) und gibt Einblicke in einen Beruf, der aktueller kaum sein könnte.
Zwischen Zahlen, Teamarbeit und Verantwortung
Wie verbreiten sich Krankheiten? Wo entstehen neue Häufungen? Und wie kann man schnell reagieren, bevor sich Infektionen weiter ausbreiten?
Genau hier setzt die Arbeit von Mareike an. In der Infektionsepidemiologie dreht sich vieles um Daten, aber nicht nur. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von Gesundheitsämtern, Ministerien und Forschungseinrichtungen analysiert und interpretiert sie Daten von meldepflichtigen Infektionskrankheiten, erkennt Auffälligkeiten und unterstützt dabei, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten, immer mit dem Ziel Infektionsgeschehen vorzubeugen, bzw. früh zu erkennen und zu stoppen, bevor sie größere Auswirkungen haben.
Kein Tag wie der andere
Einen klassischen Arbeitsalltag? Den gibt es so nicht. Vormittags stehen oft Abstimmungen mit verschiedenen Akteur/-innen an - von lokalen Gesundheitsämtern bis hin zum Robert Koch-Institut. Danach folgen Datenanalysen, Projektarbeit oder die Qualitätssicherung von Meldedaten.
„Die Abwechslung macht den Job besonders“, sagt Mareike. „Man weiß morgens oft noch nicht genau, welche Themen im Laufe des Tages dazukommen.“
Gerade diese Dynamik macht die Arbeit spannend – oft bringt ein Anruf aus einem Gesundheitsamt oder ein Pressebericht über ein Infektionsereignis die Tagesplanung durcheinander. In solchen Fällen müssen schnell weitere Informationen ermittelt und das Gesundheitsamt bei seinem weiteren Vorgehen beraten werden.
Daten, die Leben schützen
Die Grundlage der epidemiologischen Arbeit am NLGA sind sogenannte Meldedaten, also Informationen zu Infektionskrankheiten, die nach dem Infektionsschutzgesetz beim Auftreten erfasst werden müssen. Diese Daten stammen aus dem realen Alltag und sind damit nicht immer fehlerlos und vollständig. Umso wichtiger ist es, sie sorgfältig zu prüfen und richtig zu interpretieren. Gerade weil die Daten konkrete Auswirkungen haben, ist die Sorgfalt hier so entscheidend. Mit einer guten Auswertung können Häufungen von Krankheiten schon früh erkannt werden, es können Maßnahmen schneller eingeleitet werden und Infektionsketten lassen sich unterbrechen.
Ein Beispiel: Wird bei einem lebensmittelbedingten Ausbruch die Ursache identifiziert, kann das betroffene Produkt durch die Veterinärbehörden zurückgerufen werden – und weitere Erkrankungen werden verhindert.
Projekte mit echtem gesellschaftlichem Mehrwert
Neben dem Tagesgeschäft arbeitet Mareike auch an abwechslungsreichen Projekten: Eines davon ist MERIN (Meningitis- und Enzephalitis-Register in Niedersachsen). Anhand eines im Projekt entwickelten Dashboards werden Daten zu schweren Infektionen öffentlich zugänglich gemacht. Ebenfalls arbeitet Mareike aktuell am HuGO (Hygiene und Gesundheit Online)-Panel des NLGA. Dabei wird eine Gruppe von Menschen in Niedersachsen regelmäßig zu Gesundheits- und Hygienethemen befragt. Beide Projekte verfolgen ein klares Ziel: Die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessern.
Wissenschaft trifft Praxis
Die Ergebnisse der epidemiologischen Arbeit landen nicht nur in Fachzeitschriften. Sie fließen auch direkt in politische Entscheidungen ein. Das NLGA berät Ministerien, u.a. auf Basis von Datenanalysen und liefert wichtige Entscheidungsgrundlagen, etwa für Präventionsmaßnahmen oder den Umgang mit Krisensituationen. Damit ist klar: Epidemiologie ist nicht nur Forschung, sondern ein zentraler Bestandteil funktionierenden Gesundheitsschutzes.
Arbeiten beim Land Niedersachsen: Mehr als ein Job
Neben der sinnstiftenden Tätigkeit schätzt Mareike vor allem die Arbeitsbedingungen. Beim Land Niedersachsen kann Sie in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten, kann von flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice profitieren und kann sich in sicheren Rahmenbedingungen vielfältig weiterbilden. Besonders prägend für sie war eine zweijährige Postgraduiertenausbildung in angewandter Epidemiologie – in Kooperation mit internationalen Institutionen.
Was es braucht, um Epidemiolog/-in zu werden
Wer in diesem Bereich arbeiten möchte, sollte vor allem eines mitbringen:
analytisches und logisches Denkvermögen
Freude an Daten und Zusammenhängen
Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist
Denn: Epidemiologie ist Teamarbeit und das über Fachgrenzen hinweg.
„Ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun“
Was Mareike jeden Tag motiviert? „Die Kombination aus abwechslungsreichen Aufgaben, tollen Kolleginnen und Kollegen – und vor allem das Gefühl, mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Gesundheit der Menschen zu leisten.“
Fazit: Ein Beruf mit Wirkung
Epidemiologie ist oft nicht direkt sichtbar, aber unverzichtbar. Sie sorgt dafür, dass Risiken früh erkannt, Maßnahmen rechtzeitig ergriffen und Menschen geschützt werden. Oder anders gesagt:
Epidemiologie als ein Stück Gesundheitsschutz für uns alle.
Ein Blick hinter die Kulissen: Was macht das NLGA?
Wie bleibt eigentlich eine ganze Bevölkerung gesund? Wer erkennt Risiken frühzeitig, bewertet komplexe Gesundheitslagen und sorgt dafür, dass im Ernstfall die richtigen Maßnahmen ergriffen werden? Eine zentrale Rolle dabei spielt das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) – eine Dienststelle, die häufig im Hintergrund arbeitet, aber einen entscheidenden Beitrag für die Gesundheit der Menschen in Niedersachsen leistet.
Als Public-Health-Institut des Landes Niedersachsen versteht das NLGA Gesundheit nicht nur als individuelles Thema, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit wissenschaftlicher Expertise berät es Politik und zentrale Akteure im Gesundheitswesen und schafft damit die Grundlage für fundierte Entscheidungen. Im Fokus steht dabei insbesondere die Prävention: Krankheiten sollen möglichst gar nicht erst entstehen. Dafür werden Daten erhoben, analysiert und in konkrete Empfehlungen übersetzt. Gerade in Krisensituationen zeigt sich, wie wichtig diese Arbeit ist – dann unterstützt das NLGA dabei, gesundheitliche Gefahren schnell und wirksam einzudämmen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der gesundheitlichen Chancengleichheit. In enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Gesundheitsämtern erreicht der öffentliche Gesundheitsdienst auch Menschen, die sonst nur schwer Zugang zum Gesundheitssystem haben.
Fünf Fachbereiche – ein gemeinsames Ziel
Die Arbeit im NLGA ist interdisziplinär organisiert. Fünf Fachabteilungen decken ein breites Spektrum an Themen ab – von Infektionsepidemiologie über Mikrobiologie und Hygiene bis hin zu Umweltmedizin und Gesundheitsmonitoring. Diese Struktur ermöglicht es, komplexe gesundheitliche Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und ganzheitliche Lösungen zu entwickeln.
Forschung, die ankommt: Aktuelle Themen im NLGA
Ein Thema, das aktuell alle Bereiche des NLGA verbindet, ist der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch in Niedersachsen entstehen dadurch neue Herausforderungen – etwa durch die mögliche Ausbreitung von Krankheitsüberträgern wie der Tigermücke oder durch zunehmende Hitzeperioden. Das NLGA analysiert diese Entwicklungen, klärt die Bevölkerung auf und entwickelt Strategien, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu minimieren.
Dabei arbeitet die Behörde mit modernster Technologie. Mithilfe von Sequenzierungsverfahren können Krankheitserreger bis ins Detail untersucht und Zusammenhänge bei Infektionsausbrüchen erkannt werden. Das Hochsicherheitslabor des NLGA ermöglicht es zudem, auch mit besonders gefährlichen Erregern zu arbeiten und wichtige Erkenntnisse für deren Bekämpfung zu gewinnen. Ergänzt wird dies durch digitale Innovationen, wie einen eigens entwickelten Bot, der Bürgerinnen und Bürger insbesondere in Krisensituationen mit Informationen versorgt.
Arbeiten im NLGA: Wissenschaft trifft Teamgeist
Die Arbeit im NLGA ist geprägt von wissenschaftlichem Denken und gleichzeitig von einem starken Miteinander. Viele Fragestellungen überschreiten klassische Fachgrenzen, weshalb die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen eine zentrale Rolle spielt. Regelmäßige Austauschformate sorgen dafür, dass alle Mitarbeitenden über aktuelle Entwicklungen informiert sind und sich aktiv einbringen können. Dazu gehören organisationsweite Besprechungen ebenso wie interne Fachvorträge, in denen Einblicke in Projekte und Aufgabenbereiche gegeben werden. Auch auf operativer Ebene findet ein kontinuierlicher Austausch statt, sodass Wissen geteilt und Prozesse abgestimmt werden können. Unterstützt wird dies durch eine offene Kommunikationskultur und digitale Plattformen wie das Intranet.
Entwicklungsmöglichkeiten und moderne Arbeitsbedingungen
Als Arbeitgeber legt das NLGA großen Wert darauf, die fachliche und persönliche Entwicklung seiner Mitarbeitenden zu fördern. Dafür stehen vielfältige Weiterbildungsangebote zur Verfügung – von internen Schulungen bis hin zu externen Fortbildungen und Fachtagungen. Auch formale Qualifizierungen, etwa durch Verwaltungslehrgänge, werden unterstützt. Ergänzend tragen Coachings und Workshops dazu bei, Teamarbeit und Führungskompetenzen gezielt weiterzuentwickeln.
Gleichzeitig wird die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben aktiv gefördert. Flexible Arbeitszeiten im Rahmen einer Gleitzeitregelung ermöglichen es den Mitarbeitenden, ihren Arbeitsalltag individuell zu gestalten. Verschiedene Homeoffice-Modelle bieten zusätzliche Flexibilität und helfen dabei, berufliche und private Anforderungen in Einklang zu bringen. Ob familiäre Verpflichtungen oder persönliche Bedürfnisse – das NLGA setzt auf individuelle und lösungsorientierte Ansätze.
Warum sich eine Karriere im NLGA lohnt
Was das NLGA besonders macht, ist vor allem der Sinn hinter der Arbeit. Hier geht es nicht nur um einzelne Aufgaben, sondern um einen Beitrag zur Gesundheit der gesamten Bevölkerung in Niedersachsen. Diese gesellschaftliche Relevanz motiviert viele Mitarbeitende und schafft ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig bietet die Arbeit ein hohes Maß an Abwechslung und die Möglichkeit, sich mit aktuellen und zukunftsrelevanten Themen auseinanderzusetzen. Der abteilungsübergreifende Austausch und die offene Arbeitskultur tragen zusätzlich dazu bei, dass neue Ideen entstehen und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Eine Vision, die verbindet
Das NLGA verfolgt eine klare Vision: ein Niedersachsen, in dem alle Menschen gesund leben, aufwachsen und alt werden können. Auch wenn der öffentliche Gesundheitsdienst oft weniger sichtbar ist als andere Bereiche des Gesundheitssystems, ist seine Bedeutung für die Gesellschaft enorm. Wer eine sinnstiftende Tätigkeit sucht, wissenschaftlich arbeiten möchte und gleichzeitig etwas für die Allgemeinheit bewegen will, findet im NLGA ein Umfeld, in dem genau das möglich ist.